Nach mehr als einem Jahrzehnt der Nullzinspolitik erleben wir eine fundamentale Verschiebung: Positive Realzinsen sind zurück. Für institutionelle Investoren bedeutet das eine grundlegende Neuausrichtung. Die klassische 60/40-Allokation hat über Jahrzehnte verlässlich Renditen geliefert – doch ihre Dominanz beruhte auf einem stetig fallenden Zinsumfeld. In einem Regime mit positiven Realzinsen verändert sich die Korrelationsstruktur zwischen Aktien und Anleihen.
Kernthesen unseres Investmentkomitees
Unsere Researchabteilung arbeitet laufend an der strategischen Einordnung des Marktumfelds. Vier Thesen leiten dabei unser Vorgehen:
Erstens: Realzinsen dürften nachhaltig im positiven Bereich verharren. Strukturelle Inflation zwingt Zentralbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik als im vergangenen Jahrzehnt.
Zweitens: Die klassische 60/40-Allokation bedarf einer Überprüfung. Veränderte Korrelationen können die Diversifikationswirkung traditioneller Anleihequoten reduzieren.
Drittens: Qualitätsunternehmen mit soliden Bilanzen, Profitabilität und Preissetzungsmacht gewinnen in einem anspruchsvolleren Finanzierungsumfeld an Bedeutung.
Viertens: Reale Vermögenswerte können zum Inflationsschutz beitragen. Illiquidität und Governance-Anforderungen müssen jedoch ausdrücklich budgetiert werden.
Was bedeutet das für institutionelle Mandate?
Strategische Quoten werden nicht anhand einzelner Prognosen verändert. Entscheidend sind Risikotragfähigkeit, Verpflichtungsstruktur, Liquiditätsbedarf und die langfristigen Ziele des jeweiligen Mandats.
Taktische Anpassungen erfolgen innerhalb klar definierter Bandbreiten. Jede Veränderung wird hinsichtlich Renditebeitrag, Risiko, Liquidität, Kosten und regulatorischer Auswirkungen dokumentiert.