Die Europäische Zentralbank steht vor einem klassischen Trilemma. Sie muss den Inflationsdruck begrenzen, darf das ohnehin schwache Wachstum nicht zusätzlich belasten und muss zugleich die Stabilität des europäischen Bankensystems berücksichtigen. Für Fixed-Income-Mandate erhöht dies den Wert aktiver Durations- und Spread-Steuerung.
Kernthesen unseres Investmentkomitees
Unsere Researchabteilung arbeitet laufend an der strategischen Einordnung des Marktumfelds. Vier Thesen leiten dabei unser Vorgehen:
Erstens: Realzinsen dürften nachhaltig im positiven Bereich verharren. Strukturelle Inflation zwingt Zentralbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik als im vergangenen Jahrzehnt.
Zweitens: Die klassische 60/40-Allokation bedarf einer Überprüfung. Veränderte Korrelationen können die Diversifikationswirkung traditioneller Anleihequoten reduzieren.
Drittens: Qualitätsunternehmen mit soliden Bilanzen, Profitabilität und Preissetzungsmacht gewinnen in einem anspruchsvolleren Finanzierungsumfeld an Bedeutung.
Viertens: Reale Vermögenswerte können zum Inflationsschutz beitragen. Illiquidität und Governance-Anforderungen müssen jedoch ausdrücklich budgetiert werden.
Was bedeutet das für institutionelle Mandate?
Strategische Quoten werden nicht anhand einzelner Prognosen verändert. Entscheidend sind Risikotragfähigkeit, Verpflichtungsstruktur, Liquiditätsbedarf und die langfristigen Ziele des jeweiligen Mandats.
Taktische Anpassungen erfolgen innerhalb klar definierter Bandbreiten. Jede Veränderung wird hinsichtlich Renditebeitrag, Risiko, Liquidität, Kosten und regulatorischer Auswirkungen dokumentiert.